Endlich ich

Trag hier deine Email-Adresse ein und halte dich immer auf dem Laufenden zu den Themen "Selbstständigkeit", "Einfach ich" und "Gesundheit.
* Selbstverständlich gebe ich deine Daten nicht an Dritte weiter!

Die Welt der kleinen bösen Ich-bin-Ichs

In letzter Zeit hab ich das Gefühl, nur noch von ferngesteuerten Ego-Robotern umgeben zu sein, die gar nicht richtig mitbekommen, was rund um sie passiert und mit denen normale soziale Interaktion nicht mehr möglich ist. Da erleb ich den Prolo in der U-Bahn, der auf sein Handy starrend den Ausgang blockiert, den Fußgänger, der traumwandlerisch auf dem Radweg spazieren geht und erst seelenruhig zur Seite wackelt, wenn man hinter ihm schon eine Vollbremsung eingelegt hat, oder auch den VW-Fahrer, der sich im Reißverschlusssystem vor dem nächsten Stau auf Biegen und Pressen vor einem hineinzwickt und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet.

Einzelkämpfer in rauer Gesellschaft

Am Anfang hab ich mich über die Hirnlosigkeit und Ignoranz der anderen geärgert und jedem einzelnen subtile Böswilligkeit unterstellt. Aber es werden immer mehr und es kann doch nicht sein, dass plötzlich alle, die einem tagtäglich begegnen von gewissenlosen Ego-Mutanten übernommen worden sind? Schaut man etwas genauer hin, sieht man, dass die Menschen nicht böser sind als früher. Die meisten sind eher ziemlich arme Schweine, die verzweifelt versuchen, in einer furchtbar komplexen und informationsüberladenen, ungemütlichen Welt irgendwie über die Runden zu kommen. Sichere Existenzgrundlage? Fehlanzeige. Immer wissen, was zu tun ist, ohne stundenlang googlen zu müssen? Das war einmal. Heutzutage kann man nicht einmal mehr essen, was im Supermarkt verkauft wird, ohne gesundheitliche Schäden davonzutragen.
Daily News? – Bad News! Du hast einen Job, den du hasst und der dich überfordert? Bald hast du gar keinen mehr. Oder du brauchst zwei, um irgendwie gerade noch so über die Runden zu kommen.

In der Angstmaschine

Und dann soll mach sich zwischen 100 Emails und Rund-um-Erreichbarkeit noch um alle zu kümmern, die einem wichtig sind? Das überfordert. Die Angstmaschine produziert ein Klima der Unsicherheit und macht uns klein. Der Selbsterhaltungstrieb reicht gerade noch für uns Selbst. Deshalb ist das Zeitalter der zwangsläufigen Egoisten angebrochen, die versuchen das viel zu komplexe Leben Tag für Tag möglichst rasch und schmerzlos hinter sich zu bringen – Rückzug ins My-Home-is-my-Castle und in virtuelle Welten inklusive. Wenn wir dann doch mal raus müssen, wackeln wir mit Scheuklappen durch die Gegend, steigen anderen auf die Füße und unsere soziale Interaktion erschöpft sich darin, uns gegenseitig auf die Nerven zu gehen.

Etwas besser machen

Puh, das klingt aber nicht sehr positiv. Was tun? Sein Leben von Überflüssigem Mist entrümpeln und das, was dann übrig bleibt, so schön wie möglich gestalten. Anfangen kann man mit kleinen Schritten:

• Facebook und Email am Handy deaktivieren
• Grundlos fremde Menschen anlächeln
• In der U-Bahn einfach mal nur dasitzen, bewusst ein und ausatmen und schauen, was das mit uns macht (wer bewusst atmet ist sich selbst bewusst und wird von anderen auch bewusster wahrgenommen)
• Freunde einladen und gemeinsam etwas tun, das keine digitalen Zutaten erfordert (kochen, plaudern, Brettspiels spielen…)
• Wenn uns etwas zuviel wird, um Hilfe bitten
• Anderen helfen, wenn wir spüren, dass ihnen etwas zuviel wird
• In der Mittagspause statt vor dem Monitor hocken, mit Bürokollegen eine Runde an der frischen Luft spazieren gehen
• Mit dem eigenen Mann/Freund einfach mal so auf ein Bier gehen und über Gott und die Welt reden

Was fällt euch sonst noch ein?

Deine "Midlife Bitch"
signature

No Comments Yet.

What do you think?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.