Endlich ich

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Was bin ICH? – Das große Rollentheater

Nach und nach stellte sich bei mir, als ich noch in einer PR-Agentur angestellt war, immer öfter ein diffuses Gefühl, „am falschen Platz zu Sein“. Der Job war ok, das Umfeld war ok. Ich war offiziell erfolgreich. Aber war Ich hier richtig? War ich noch ok? Und daraus entwickelten sich bald neue Fragen. Fragen nach dem richtigen Platz. Und daraus die große Frage nach mir selbst.

Wer bin ich? Komplexes Thema. Die meisten von uns haben ein ganzes Bündel von Rollen inne. Wir sind Frauen, Arbeiterin, Managerin, PR-Consultant, Lehrerin, Mutter/Vater, Tante/Onkel, Tochter/Sohn, Bücherwurm, Mode-Freak, Motorradfahrerin, Bruce-Springsteen-Fan, Wein-Kennerin, Hobbyköchin, Reisende, Tennis-As, Bergsteigerin und vieles mehr. Einiges davon ist selbstgewählt, ein bisschen davon ist vorherbestimmt, manches ist hart erarbeitet. Es gibt Rollen, die einem in den Schoß fallen und einige, die man lieber loswerden würde. In jedem Fall wird man von seinem Umfeld mit seinen Rollen assoziiert.

Das Leben ein Rollenspiel

Rollen sind also praktisch, weil sie der Umwelt ein Bild vermitteln, das bestimmt, welche Erwartungen man gegenüber dem Rolleninhaber an den Tag legen kann. Bin ich beispielsweise Managerin, erwarten meine Untergebenen von mir Autorität, Durchsetzungskraft und Maßkostüme mit dezenten Pumps.

Was nun aber tun, wenn ich erkenne, dass ich in meiner Rolle am falschen Platz bin, dass ich sie nicht länger spielen will? Oft ist es gar nicht so leicht, eine langgediente Rolle abzulegen.

1. Weil man selbst an seine Rolle gewöhnt ist. Mit einer Rolle sind Rechte, Pflichten, Erwartungen aber auch oft Privilegien verbunden. So verdient der Manager in der Regel viel Geld. Legt man die Rolle ab, muss man mit weniger Geld auskommen.

2. Auch das Umfeld ist daran gewöhnt, dass man die Rolle innehat. Familie, Freunde, Kollegen, Bekannte, alle kennen einen als Manager, wissen, dass man zwar kaum Zeit für sie, dafür aber großen Einfluss im Wirtschaftsklub hat, am Wochenende gerne Golf spielt und bei teuren Essenseinladungen immer die Rechnung übernimmt.

Wo ist das Selbst jetzt hin?

Gerade bei sehr dominanten Rollen, die das ganze Leben bestimmen, wie beispielsweise einem Job, ist eine Veränderung einschneidend. Man muss seinen Wandel nicht nur mit sich selbst ausmachen sondern auch mit Verständnislosigkeit und Gegenwind in seinem Umfeld rechnen.

Hat man den Schritt dennoch gewagt, steht man nicht selten vor einer großen Leere. Das Selbst hat sich scheinbar mit der Rolle verabschiedet und man muss sich ernsthaft fragen, was noch übrig ist. Das kann anfangs sehr unheimlich sein. Aber auch sehr befreiend. Wenn keine Erwartungen mehr da sind, kann man sich selbst neu erfinden. Als erfolgreiche Frau.

Deine "Midlife Bitch"
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