Endlich ich

Trag hier deine Email-Adresse ein und halte dich immer auf dem Laufenden zu den Themen "Selbstständigkeit", "Einfach ich" und "Gesundheit.
* Selbstverständlich gebe ich deine Daten nicht an Dritte weiter!

Selbstständig auf Urlaub – und was das mit Resonanz zu tun hat

Ich war auf Urlaub. Immerhin ganze drei Tage. Und es war wunderbar. Warum ich das dann nicht öfters tue? Und vielleicht länger? Hm, da hast du jetzt einen wunden Punkt bei mir erwischt. Denn Selbstständigkeit und Urlaub, das geht bei mir noch nicht so recht zusammen. Ich würde ja unheimlich gern viel öfters mal eine Pause vom Alltag machen, herumfahren und mir frischen Wind um die Nase blasen lassen. Aber ich tue es nicht. Und wenn, dann kann ich es manchmal nicht ganz so genießen, wie ich mir das eigentlich vorgestellt hab. Aber der Reihe nach.

Urlaub nehmen – hart aber notwendig

2017 ist bis jetzt für mich sehr gut gelaufen. Ich fühle mich erfolgreich. Meine beiden Standbeine – Shiatsu und Markting/PR – wachsen und gedeihen, es kommt regelmäßig Geld in die Kassa, die Arbeit macht mir Spaß. Dafür ist natürlich unglaublich viel zu tun. Mit vielen Projekten war der gesamte Frühling schon ziemlich dicht gepackt. Dann haben wir daheim noch ein mittleres Umbau-Chaos erzeugt, bis endlich die neue Küche geliefert wurde. Und irgendwann ist mir dann bewusst geworden, dass ich ganz dringend eine Pause brauche.
Zeit also, mir ein paar Tage frei zu nehmen und den Kopf auszulüften und das in möglichst schöner Umgebung. Die Frau Bankerin in mir jault zwar, denn zusätzlich zu Hotel, Wellness und sonstiger Urlaubsbetüdelung (Urlaubsgeld wo bist du?), musst du ja als Selbstständige auch noch den Verdienstentgang für drei Tage nix hackeln vorverdienen. Glücklicherweise gibts da dann aber auch noch meine innere Kaiserin, die verfügt, dass wir  geruhen zu urlauben, koste es was es wolle. Juhu!
Gesagt, gebucht, ich würde drei Tage in die schöne Südsteiermark fahren, ein bisschen Therme, ein bisschen wanden, ein bisschen Seele baumeln. Ganz allein, sehr fein. Keiner würde etwas von mit wollen in diesen Tagen, ich wäre einfach weg und frei, zu tun, was immer mir in den Sinn käme.

Von Wunsch und Wirklichkeit und Resonanz

Jetzt sind ja Wunsch und Wirklichkeit ja nicht immer so ganz deckungsgleich. Aber was dann losgebrochen ist, war doch ziemlich unerwartet und irgendwie auch interessant. Denn kaum war die Entscheidung getroffen, wirklich drei Tage nicht da zu sein, hat das eine weitreichende Resonanz ausgelöst.
Plötzlich wollten alle etwas von mir. Bestehende und potenzielle Shiatsu-Klienten haben mich buchstäblich gestürmt. Schon vor dem Urlaub ist die Praxis plötzlich aus allen Nähten geplatzt. Auch die Woche nach dem Urlaub war im Nu mit Klienten gefüllt.
Richtig spannend war es dann, als ich endlich im Auto Richtung Süden unterwegs war. Denn innerhalb eines knappen halben Tages wollten mich per Telefon, Mail und Facebook mehr Kunden kontaktieren als sonst in zwei Wochen. Und nein, das hat nicht aufgehört, als ich in meinem schnuckeligen Hotel eingecheckt hab. Und auch nicht, als ich mich wohlig auf einer kuschligen Saunaliege in der Therme geräkelt hab. Alle wollten Barbara. Und das sofort.
Aber warum auf einmal? Nunja, weil ich für kurze Zeit mal nicht vorangestürmt bin sondern kurz losgelassen hab. Einen leeren Raum erzeugt hab. Einen Resonanzraum.

Exkurs Resonanz und Spiegelneuronen

Kennst du das, wenn dich auf der Straße jemand anlächelt und du auch lächeln musst? Du bist mit ihm in Resonanz gegangen, weil sich Empfindungen wie Mitleid, Trauer oder Freude unseres Gegenübers auf uns übertragen. Das verdanken wir bestimmten Nerven in unserem Gehirn: Den sogenannten Spiegelneuronen, die Mitte der 90er Jahre an der Universität von Parma von Prof. Giacomo Rizzolatti und Dr. Vittorio Gallese entdeckt wurden. Die Spiegelneuronen werden aktiviert, wenn wir bei anderen Menschen Gefühle und Stimmungen beobachten und beeinflussen unser Verhalten. Wir werden sozusagen mit dem Gefühl des anderen „angesteckt“. Dabei passiert folgendes blitzartig: Man geht mit dem Gegenüber in Resonanz, plant das eigenen Verhalten und prüft gleichzeitig, wie sich das Verhalten emotional bei einem selbst und dem anderen äußern und anfühlen wird. Auf diese Weise hinterlegen die Spiegelneuronen vom Gegenüber angebotenen Modelle des Denkens, Fühlens und Verhaltens als Optionen für eigenes Denken, Fühlen und Verhalten. Zusätzlich können Spiegelneuronen einen Eindruck aus wenigen Informationen, zu einem zu erwartenden Gesamtbild ergänzen. Sie bestimmen also unsere intuitive Wahrnehmung, mit der wir, lange bevor unser denkendes Hirn bewusst schaltet, erkennen, was wir von einem aktuellen Gegenüber bzw. einer aktuellen Situation halten und wie wir reagieren sollen.

Energetische Resonanz?

Wissenschaftlich betrachtet funktioniert Resonanz ja nur, wenn ich mit einem anderen Menschen im selben Raum bin. Meine Erfahrung lehrt mich aber, dass wir Resonanz auch auf einer energetischen Ebene beobachten können. Nur so kann ich mir diese auffälligen (Re-)aktionen von (im Fall von Neukunden mir noch völlig unbekannten) Menschen erklären, wenn ich beschließe, für ein paar Tage nicht da, nicht verfügbar zu sein. Wenn ich mir mal selbst Raum gebe und damit offenbar andere Menschen unbewusst einlade, diesen Raum zu füllen.

Die Sache mit dem Erfolg und der Abgrenzung

Was aber hab ich dann aber gemacht mit dieser Erkenntnis? Mich sinnvoll abgegrenzt, mein Handy mal drei Tage abgedreht und MEINEN Raum genossen? Nicht so ganz.
Ich fürcht, in Punkto Abgrenzung darf ich noch einiges lernen. Denn Abgrenzung zwischen Beruf und Freizeit ist für mich (und viele andere Selbstständige) gar nicht einfach. Warum?
Schließlich schmeichelt es mir, dass ich so wichtig bin und ich bin neugierig, wer mich kontaktiert. Außerdem will ich auch keinen Neukunden vergraulen (der mir unter Umständen mein nächstes Urlaubsgeld finanzieren will). Und überhaupt ist es eine Herausforderung auf Knopfdruck abzuschalten – nicht nur das Handy, auch den Kopf.

Also hab ich immer wieder meine Mails gecheckt, zurückgerufen und brav alle Anfragen beantwortet. Schön blöd eigentlich. Im Urlaub. In der Zeit, in der ich endlich mal weg will von allem und nur für mich ohne Verantwortung durchatmen möcht.

Schön wars trotzdem. Und ich hab den Kopf immerhin so weit freibekommen, dass dieser Blogbeitrag rausgepurzelt ist, und das ist ja dann auch etwas. 😉

Wie gehts dir als erfolgreicher Frau mit Urlaub und Selbstständigkeit?

Deine "Midlife Bitch"
signature
4 Responses
  • Dieter Lehner
    18 . 05 . 2017

    Super gut beschrieben, mach mich auch grad auf den Weg. Eine Woche frei. Juhu!!

    • Barbara Reininger
      Barbara Reininger
      18 . 05 . 2017

      Genieß es, lieber Dieter! 🙂

  • Sarah Zeller
    26 . 05 . 2017

    Echt spannend dein Beitrag 🙂 Ich hab mich erst vor ein paar Monaten selbstständig gemacht und werde den ganzen Juli und August nur sporadisch zum arbeiten kommen.
    Finanziell wird das ein Null-, bzw. Verlustgeschäft, es fühlt sich trotzdem gut und richtig an. Ich weiß, dass ich es dringend brauche und meine innere Bankerin wurde mit Pauken und Trompeten von meiner inneren Strawanzerin überrannt 🙂
    Dein Blog-Beitrag macht mir etwas Mut, dass es gut und wichtig ist, loszulassen 😀

    • Barbara Reininger
      Barbara Reininger
      28 . 05 . 2017

      Danke, Sarah, das freut mich 🙂

What do you think?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.